Die Benedektinerabtei Marienmünster

Geschichte

Gestiftet wurde das Kloster Marienmünster im Jahr 1128 von Graf Widukind I. von Schwalenberg und seiner Frau Luttrudis. Eine Urkunde vom 15. August desselben Jahres berichtet vom Beginn des Baus der Kirche und der Klosteranlage. Die ersten Mönche kamen aus der Benediktinerabtei Corvey nach Marienmünster. Kloster und Kirche wurden nach mehrfacher Verwüstung im Dreißigjährigen Krieg wiedererrichtet. Seit Auflösung des Klosters im Jahr 1803 dienen Kirche und Teile der ehemaligen Klosteranlage der Pfarrgemeinde.

Klosteranlage

Die ursprüngliche romanische Klosterkirche des 12. Jahrhunderts war eine kreuzförmige Pfeilerbasilika nach Corveyer Vorbild mit  zweitürmigem Westwerk, dreischiffigem Langhaus, einem Querschiff mit oktogonalem Vierungsturm und einem Chor mit Apsis. Ab 1661 wurde die im Dreißigjährigen Krieg erheblich zerstörte Kirche als dreischiffige Hallenkirche erneuert, der Vierungsturm erhöht und ein großer dreijochiger  Chor errichtet. In den nachfolgenden Jahrhunderten und bis heute erfolgten immer wieder Umbauten und Instandsetzungen an der Klosteranlage.

Lage und Umgebung

Im Nordosten von Nordrhein-Westfalen, im Landkreis Höxter, liegt die Stadt Marienmünster. Sie entstand 1970 im Zuge einer Gemeindegebietsreform und ist nach der ehemaligen Benediktinerabtei Marienmünster benannt. Diese befindet sich im Ortsteil Münsterbrock am Fuße einer Anhöhe mit der Oldenburg, dem Stammsitz der Grafen von Schwalenberg. Der mächtige Wohnturm aus dem 14. Jahrhundert ist bis heute erhalten. Marienmünster ist umgeben vom Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge mit seinen vielfältigen Natur- und Kulturlandschaften.

Highlights

Mit dem Umbau der Klosterkirche ab 1661 ging auch die barocke Ausgestaltung des Kircheninneren und des Inventars einher. Zwei Seitenaltäre und besonders der monumentale Hochaltar mit der Heiligen Familie und den Kirchenpatronen sind qualitätsvolle Kunstwerke dieser Zeit, ebenso das filigrane schmiedeeiserne Gitter zwischen Chor und Kirchenschiff. Ein spätgotisches Vesperbild gilt den Gläubigen als wundertätig. Die 1738 vollendete große Orgel mit ihrem beeindruckenden Prospekt und ihrem unverwechselbaren Klang ist ein hervorragendes Beispiel westfälischen Orgelbaus.