Das Zisterzienserkloster Doberan

Geschichte

Im Jahr 1171 gründete Pribislaw, der Herr von Mecklenburg, in Althof ein Zisterzienserkloster, das nach Zerstörung bald darauf in Doberan neu angesiedelt wurde. Im späten 13. Jahrhundert begann hier der Neubau der Klosterkirche St. Marien. Nach Reformation und Auflösung des Klosters im Jahr 1552 diente die Anlage als Wirtschaftshof. Im Dreißigjährigen Krieg verwüstet, beendete die Entwicklung Doberans zum Badeort den Verfall der ehemaligen Klosterkirche, die seit dem 19. Jahrhundert bis heute kontinuierlich gesichert und restauriert wird.

Klosteranlage

Mittel- und Höhepunkt der ehemaligen Klosteranlage ist die hochgotische Backsteinkirche St. Marien, das Doberaner Münster, mit seiner reichen mittelalterlichen Ausstattung. Nordöstlich befindet sich das Beinhaus (um 1250), ein architektonisches Kleinod auf achteckigem Grundriss. Von den Klausurbauten hat nur eine Mauer überdauert. Die Klosterummauerung ist annähernd komplett erhalten, außerdem Teile des Kornhauses und des Wirtschaftshauses sowie die malerischen Ruinen weiterer Gebäude des 13. Jahrhunderts. Teile des Klostergeländes sind heute ein Landschaftspark.

Lage und Umgebung

Bad Doberan liegt zwischen Rostock und Wismar am Rand der Kühlung, einem teilweise bewaldeten eiszeitlichen Höhenzug. Neben der Klosteranlage mit dem hochgotischen Münster, die zu den Sehenswürdigkeiten an der europäischen Route der Backsteingotik zählt, erwarten die Besucherinnen und Besucher eine historische Innenstadt mit Cafés und Läden, Museen und Ausstellungen sowie die traditionsreiche Galopprennbahn. Der Ortsteil Heiligendamm ist das älteste Seebad an der Ostseeküste und durch die Schmalspurbahn „Molli“ mit Bad Doberan und Kühlungsborn verbunden.

Highlights

Das Doberaner Münster gilt als die Perle der norddeutschen Backsteingotik. Im späten 13. Jahrhundert begonnen, erhielt der imposante Bau im Jahre 1368 seine Schlussweihe. Während die schlichte Westfassade und der Verzicht auf einen massiven Turm in der Tradition zisterziensischer Bauweise stehen, vermitteln die Größe des Baus, die aufstrebenden Querhausarme und der Umgangschor mit Chorkapellenkranz die Anmutung kathedraler Architektur. Zu den bedeutendsten Ausstattungstücken zählen der Hochaltar (um 1300) und das Triumphkreuz mit dem Kreuzaltar (um 1370).