Klostergärten gestern und heute

Workshop und Bau einer Rasenbank nach Albertus Magnus im Kloster Bronnbach

Was macht einen Klostergarten aus? Was möchte ich aus einem solchen Garten mit in meinen Alltag nehmen? Und welche Aufgabe haben Klostergärten in unserer heutigen Gesellschaft? Diesen und weiteren Fragen widmeten sich am letzten Augustwochenende 20 Experten und Interessierte im Kloster Bronnbach bei Würzburg.

Ein durch den Verein KLOSTERLAND veranstaltetes Symposium zum Thema Kloster.Land.Wirtschaft im Herbst 2015 hatte gezeigt, dass bei den unterschiedlichen Akteuren großes Interesse an einer vertiefenden Diskussion einzelner Aspekte dieses Themenfeldes und insbesondere der Klostergärten besteht.

Finanziell unterstützt durch die Landwirtschaftliche Rentenbank konnte sich die kleine Runde aus Ordensleuten und Klosterverwaltern, Touristikern und Kulturmanagern sowie Historikern, Landschaftsarchitekten und Denkmalpflegern intensiv ihren Fragen rund um das Thema Klostergärten widmen und gemeinsam darüber nachdenken, wie ein zeitgemäßer Klostergarten aussieht, was ihn ausmacht und welche Funktion er hat.

Das Kloster Bronnbach bot mit seinen drei repräsentativen Gärten – der 1775 errichteten Orangerie mit Kräutergarten, dem Saal- und dem barocken Abteigarten – und dem umfangreichen Sanierungsprojekt des Abteigartens nicht nur das passende Ambiente. Unterhalb der Weinbergsmauer konnten die Teilnehmer, vorbereitet mit dem für die Sanierung zuständigen Planungsbüro für Landschaftsarchitektur, Johann Senner, und der Denkmalpflege, gemeinsam eine „Rasenbank“ nach Albertus Magnus errichten und bepflanzen. Der berühmte Dominikaner und Theologe der Gründerzeit beschrieb diese im 12. Jahrhundert wie folgt:

» Die Rasenbank ist „ein erhöhtes Rasenstück, das blühend und anmutig gleichsam zur Hälfte als Sitzgelegenheit eingerichtet“ werden soll, zur „Erquickung der Sinne“ und zur „gemütlichen Ruhe“ der Menschen, die den Garten besuchen. «

Die Rasenbank lädt im Kloster Bronnbach fortan zu jeder Zeit Besucher zur Rast im Garten ein und wird zukünftig auch in anderen Mitgliedsklöstern zu finden sein.

Im Anschluss an den Workshop unternahmen die Teilnehmer eine Exkursion in das Kloster Oberzell, wo sie durch die Forschergruppe Klostermedizin eine Führung durch den Kräutergarten erhielten.