Klosteranlage

Anlage und Nutzung der ehemaligen Klostergebäude

Die Klosteranlage bildet mit ihren Gebäuden und der Kirche eine dreiflügelige Anlage, wobei die Ost- und Südseite von den ehemaligen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden des Klosters und Neubauten gebildet werden.[1] Der nach der Klosterkirche um 1260 errichtete Ostflügel beherbergte in den ersten Jahrzehnten seines Bestehens alle notwendigen Räumlichkeiten der Nonnenklausur. Der Sakristei am nördlichen Ende schloss sich im Untergeschoss der Kapitelsaal als Versammlungsraum des Konvents an, gefolgt von einem beheizbaren Arbeitsraum (Calefactorium), wo die Nonnen möglicherweise ihrer Web- und Stickarbeit nachgingen. Getrennt durch den Aufgang zum Schlafsaal der Nonnen (Dormitorium) folgte sodann die Küche und der Speisesaal am Südende des Ostflügels, dessen gesamtes Obergeschoss vormals vom Dormitorium eingenommen wurde. Der mit 60 Metern Länge für einen sehr großen Konvent bestimmte Schlafsaal, war durch einfache Holzwände in Zellen unterteilt und beherbergt seit 1952 einen Festsaal. Der um 1290 zur Unterbringung eines großzügigeren Speisesaals (Refektorium) errichtete Südflügel lädt auch heute wieder Besucher zum Essen ein: in die Klosterschänke. Ursprünglich war die Klausur durch einen vom Südflügel zur Kirche führenden Kreuzgang auch nach Westen abgeschlossen. Die Wirtschaftsgebäude lagen außerhalb.[2]

Klosterkirche

Die das Klostergelände im Norden auf einer Länge von 43 Metern abschließende Saalkirche wurde zwischen 1250 und 1270 errichtet. Das backsteingotische Gebäude mit spätromanischen Stilelementen und Flachdecke besitzt noch seine ursprüngliche Gestalt. Einzig der hölzerne Glockenturm stammt aus nachreformatorischer Zeit und wurde wahrscheinlich 1547 mit Stiftung der zweiten Glocke, die erste stammt noch aus dem Mittelalter, errichtet. Das prächtige Portal im Westen mit den darüber thronenden „Dreifaltigkeitsfenstern", durch welches der heutige Besucher den Innenraum betritt, war früher dem Bischoff vorbehalten. Dorfbewohner gelangten früher durch das nördliche, Laienschwestern durch das südliche Portal in den Kirchenraum. Beide Zugänge sind heute vermauert. Die Nonnen betraten über den an der Südseite der Kirche erhaltenen nördlichen Kreuzgang direkt aus ihrem Schlafsaal, die Nonnenempore, die 1884 entfernt wurde. Sechs Jahre darauf wurde die Orgel eingebaut, die 1999 saniert und wieder eingeweiht wurde. Kanzel und Altaraufsatz aus dem 16. Jahrhundert sind Teil der evangelischen Neuausstattung der Klosterkirche unter der Herzogin Elisabeth. Sie und ihr Ehemann, Herzog Ulrich, sind betend auf dem linken und rechten Flügel des Altaraufsatzes von 1578 abgebildet. Der mittlere Teil des Triptychons des Hofmalers Cornelius Krommeny zeigt das heilige Abendmahl.[3]

Quellen (bitte klicken)

Quellen:

  • HOLST, Jens C.: Ein Gang durch Kloster und Klosterkirche. In: KLOSTERVEREIN RÜHN E.V. (Hrsg.): Kloster Rühn. Eine bewegte Geschichte. Rühn 2012, S. 99-118.
  • MINISTERIUM FÜR BILDUNG UND FORSCHUNG MECKLENBURG-VORPOMMERN (Hrsg.): Klosterstätten in Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin 2007, S. 56f.

Fußnoten:

  1. Vgl. MINISTERIUM FÜR BILDUNG UND FORSCHUNG MECKLENBURG-VORPOMMERN (Hrsg.): Klosterstätten in Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin 2007, S.56f.
  2. Ausführlich zur Architektur der Klostergebäude vgl. HOLST, Jens C.: Ein Gang durch Kloster und Klosterkirche. In: KLOSTERVEREIN RÜHN E.V. (Hrsg.): Kloster Rühn, S. 99-118.
  3. Vgl. ebd.