Das Zisterzienserinnenkloster Rühn

Das Zisterzienserinnenkloster Rühn

„Ruhne", also „Fließ" oder „Fluss", nannten die Slawen ihre – heute im Westen des Landkreises Rostock liegende – Ansiedlung, die damals von Sumpfland umgeben war.[1] Auch heute noch prägen Gewässer die Landschaft der zwischen der Warnow und dem Rühner See gelegenen Gemeinde Rühn und laden Besucher wie Einheimische zu Bootstouren, zum Wasserwandern, Angeln und Baden ein. Radfahrer können auf vielseitigen Touren die Milchstraße „Bützower Land" oder das Naturschutzgebiet „Hohe Burg und schwarzer See" erkunden. Sehenswert ist auch der Steintanz Boitin bei Bützow, eine Gruppierung steinzeitlicher Großsteingräber.[2] Der zwischen Rühner See und Ladensee gelegene Waldstreifen „Rühner Laden" bietet Wanderungen durch einen 300jährigen Buchenwald. Nicht weit entfernt, inmitten von Feldern, Wiesen und sanften Hügeln hat sich hier eines der bedeutendsten Zeugnisse früher Gotik in Mecklenburg erhalten: das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Rühn.[3]

Mit 60 Metern Länge ist es nicht nur eines der imposantesten Klosterbauten des Landes, sondern von allen Klöstern in Mecklenburg-Vorpommern auch dasjenige, welches die ursprüngliche Architektur aus dem mittleren 13. Jahrhundert – trotz Überformungen vom 18.-20. Jahrhundert –  am vollständigsten bewahrt hat.[4] Doch das ehemalige Kloster ist nicht nur geschichtsträchtiges Freiluftmuseum, sondern auch Gastgeber vielfältiger kultureller Veranstaltungen. Noch immer rufen die alten Kirchenglocken Rühner und Gäste zu Gottesdiensten, Jubiläumsfeiern, Klosterfesten und Konzerten. Tausende Besucher strömen jedes Jahr zum Mittelalterlichen Klostermarkt im Mai, besichtigen die historischen Gebäude am Tag des offenen Denkmals, besuchen das Apfel- oder Lichterfest, den Adventsmarkt oder finden sich zum „Kulturpunkt Kloster Rühn" ein, der im Winterhalbjahr monatlich stattfindet.[5] Führungen durch das Kloster bieten an- und aufregende Einblicke in die 775jährige Geschichte der alten Gewölbe, in denen nachts der ruhelose Geist der Weißen Nonne umherstreifen soll.[6] Tagsüber laden Klosterschänke und Hofladen zum Verweilen ein. In der ansässigen Klostermanufaktur werden Senfspezialitäten und hochwertige native Raps- und Wildkräuteröle produziert.

Möglich gemacht wurde diese kulturelle und wirtschaftliche Wiederbelebung des Klosters durch den Klosterverein Rühn e.V., der sich seit seiner Gründung 2005 für die Instandsetzung der Klostergebäude und die Bewahrung ihres kulturhistorischen Erbes einsetzt.

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Quellen:

  • HORNBURG, Heinz: Wege zur weißen Nonne. Aus der Rühner Sagenwelt. Bützow 2011.
  • KLOSTERVEREIN RÜHN E.V. (Hrsg.): Kloster Rühn. Eine bewegte Geschichte. Rühn 2012.
  • PUBANTZ, Frank: Die Gruft der „Weißen Nonne". In: Schweriner Volkszeitung (04.06.2008).
  • UMWELTMINISTERIUM MECKLENBURG-VORPOMMERN (Hrsg.) Hohe Burg und Schwarzer See. In: Die Naturschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin 2003.
  • http://www.buetzow.m-vp.de.
  • http://www.guestrow-tourismus.de/kategorie/kloster-rühn.
  • http://www.buetzow-schwaan.de/ruehn_natur.html.
  • http://www.buetzow-schwaan.de/ministadt.html.
  • http://www.buetzow.de/de/touristen/flussland_warnow/milchstrasse.html.
  • http://grosssteingraeber.de/seiten/deutschland/mecklenburg-vorpommern/steintanz-boitin.php.

Fußnoten:

  1. Vgl. HARLOFF, Hans-Georg/ PILGRIM, David: Wie alles begann. In: KLOSTERVEREIN RÜHN E.V. (Hrsg.): Kloster Rühn. Eine bewegte Geschichte. Rühn 2012, 12-19, S. 12.
  2. Vgl. UMWELTMINISTERIUM MECKLENBURG-VORPOMMERN (Hrsg.) Hohe Burg und Schwarzer See. In: Die Naturschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin 2003, S. 270f.; http://www.buetzow.de/de/touristen/flussland_warnow/milchstrasse.html ; http://grosssteingraeber.de/seiten/deutschland/mecklenburg-vorpommern/steintanz-boitin.php.
  3. Vgl. BUNNERS, Michael: Die Geschichte des Klosters (1232-1756). In: KLOSTERVEREIN RÜHN E.V. (Hrsg.): Kloster Rühn, S. 20-42, S. 21.
  4. Vgl. HOLST, Jens C.: Kloster Rühn in der Mecklenburgischen Architekturgeschichte. In: KLOSTERVEREIN RÜHN E.V. (Hrsg.): Kloster Rühn, S. 95-97, S. 97.
  5. Vgl. MÜLLER, Helga: Das geistliche Leben in der Region. In: KLOSTERVEREIN RÜHN E.V. (Hrsg.): Kloster Rühn, S. 74-79; PAPENDORFF, Sigrid: Bedeutung für Kunst und Kultur. In: KLOSTERVEREIN RÜHN E.V. (Hrsg.): Kloster Rühn, S. 80-85.
  6. Vgl. PUBANTZ, Frank: Die Gruft der „Weißen Nonne". In: Schweriner Volkszeitung (04.06.2008). Ausführlicher zur Sage der Weißen Nonne vgl. HORNBURG, Heinz: Wege zur weißen Nonne. Aus der Rühner Sagenwelt. Bützow 2011.

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