LAGE UND UMGEBUNG

Die Landschaft der Uckermark

Die im Norden der Uckermark gelegene Stadt Prenzlau wird oft als nördliches Tor zu einer der reizvollsten Landschaften Brandenburgs bezeichnet. Die Anziehungskraft übt die Gegend vor allem durch ihre weite, leicht hügelige und dünn besiedelte Landschaft aus. Der Fluss Uecker, ihr Namensgeber, teilt mit seinem Tal die Hochfläche der seenreichen Landschaft. Die meisten der über 400 Seen entstanden am Ende der letzten Eiszeit vor über 15.000 Jahren. Zahlreiche Findlinge im Landschaftsbild zeugen von den Gletscherbewegungen. Mit einer Fläche von 3058 km2 ist die Uckermark einer der größten Landkreise Deutschlands und verfügt über rund 62 ausgewiesene Naturschutzgebiete, die eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt beherbergen.
Prenzlau liegt im Einzugsbereich der zwei größten Seen der Uckermark, dem Unteruckersee direkt bei der Stadt und dem Oberuckersee südlich davon. Im Südwesten grenzt die Stadt an den Naturpark Uckermärkische Seen, dem drittgrößten der elf brandenburgischen Naturparks. Seine Fläche prägen nebst dichten Wäldern zahlreiche Rinnenseen, Sölle und Moore. Etwa 600 km ausgeschilderte Wanderwege und 100 km Wasserwege führen durch den Naturpark.

Die beeindruckende Landschaft der Uckermark besticht ebenfalls in der zum südlich gelegenen Landkreis Barnim gehörenden Schorfheide-Chorin, die 1990 von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt wurde.
In dem Reservat befinden sich rund 240 Seen. Seinen Kern bildet die Schorfheide – ein zusammenhängendes Waldgebiet von etwa 200km2 Ausdehnung, welches Lebensraum vieler vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten ist. Highlight des Bioshärenreservates ist der Grumsiner Wald, der seit 2011 gemeinsam mit vier anderen alten Buchenwäldern Deutschlands und Buchenurwäldern der Karpaten zum Weltnaturerbe gehört. Der Grumsin mit rund 2.800 ha und Weltnaturerbefläche von 590 ha ist ein Bestandteil des größten zusammenhängenden Tieflandbuchenwaldes der Welt.

Backsteingotik und Feldsteinkirchen

Obwohl Prenzlau am Ende des Zweiten Weltkrieges nahezu vollständig zerstört wurde, lassen sich hier noch viele Spuren des historischen Lebens entdecken. Die Stadt verfügte im Mittelalter über zahlreiche Kirchen, zu denen auch die Dominikanerklosterkirche „Zum Heiligen Kreuz“ gehörte. Die mittelalterlichen Kirchen der Stadt waren stark beschädigt und wurden ab den 1950er Jahren wieder aufgebaut oder als Ruinen konserviert. Sie können heute alle besichtigt werden. Die Hauptpfarrkirche St. Marien – eine dreischiffige Hallenkirche mit Doppelturmfront im Westen und beeindruckendem Maßwerk an der Ostwand – ist im April 1945 bis auf die Umfassungsmauern ausgebrannt. Nachdem man sie seit den 1970er Jahren sukzessive wieder in Stand gesetzt und restauriert hat, ist sie heute wieder das Wahrzeichen der Stadt und fraglos eines der wichtigsten Beispiele der norddeutschen Backsteingotik. Darüber hinaus beeindrucken Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit dem Steintorturm, dem Blindower Tor und dem Mitteltor sowie dem Hexen- und Pulverturm die Besucher.
Auch in der näheren Umgebung Prenzlaus kommen historisch interessierte auf ihre Kosten. Zahlreiche der für die Uckermark typischen Dorfkirchen aus Feldstein des 13. und frühen 14. Jahrhunderts sind hier erhalten. Schöne Bauten findet man beispielsweise in den Orten Dedelow, Gramzow  – hier auch die Klosterruine – Schwaneberg und Briest.

Malerisch und mahnend: Templin, Lychen und Ravensbrück

Gut erreichbar sind von Prenzlau aus Templin mit seiner historischen Altstadt und Lychen mit der nahegelegenen ehemaligen Zisterzienserabtei Himmelpfort. Beide Städte verdanken ihre Entstehung der besonderen Lage an Straßenpässen zwischen den zahlreichen Seen in einer im Mittelalter politisch und strategisch wichtigen Landschaft. In beiden blieben historische Stadtstrukturen und große Teile der Bebauung erhalten. Templin verzaubert mit seiner regelmäßigen, auf eine Neuplanung nach dem Stadtbrand von 1734 zurückgehenden Straßenführung und Fachwerkhäusern aus dieser Zeit sowie mit der mächtigen Feldsteinstadtmauer aus dem 13. Jahrhundert.

Auf dem Weg nach Lychen lohnt ein Zwischenstopp in der Stadt Boitzenburg. Hier kann man das auf einer Insel mitten in einem Landschaftspark gelegene barocke Schloss bewundern, das sich seit 1528 im Besitz der Familie von Arnim befand. Die Anlage geht auf eine Grenzburg zurück, die nach 1252 entstanden war und 1276 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. In der Nähe der kleinen Stadt kann man Ruinen des Zisterzienserklosters Boitzenburg besichtigen.

Sieht man auch den meisten Orten die schwerwiegende Geschichte des 20. Jahrhunderts an, so wird sie nirgends so spürbar, wie im ehemaligen Konzentrationslager Ravensbrück in der Nähe der Stadt Fürstenberg an der Havel. Das Lager, das im Zweiten Weltkrieg als Frauen-Arbeitslager fungierte, ist heute Gedenkstätte und Museum.

Quellen (bitte klicken)
  • BADSTÜBNER, Ernst: Brandenburg. Das Land um Berlin – Kunst und Geschichte zwischen Elbe und Oder. Köln 22000.
  • ENDERS, Lieselott: Die Uckermark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft vom 12. bis zum 18. Jahrhundert (Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs 28). Berlin22008; NEITMANN,Klaus/SCHICH, Winfried (Hrsg.): Geschichte der Stadt Prenzlau. Horb am Necker 2009
  • SCHICH, Winfried: Prenzlau von der Stadtwerdung bis zum Ende der Askanierherrschaft (von der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts bis 1320). In: NEITMANN, Klaus/SCHICH, Winfried (Hrsg.): Geschichte der Stadt Prenzlau. Horb am Necker 2009, S. 27–62.
  • MINISTERIUM FÜR UMWELT, GESUNDHEIT UND VERBRAUCHERSCHUTZ (Hrsg.): Naturpark Uckermärkische Seen. 2011, veröffentlicht im Internet, URL: http://www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/lbm1.c.323695.de, (Stand: 2011, Abfrage: 25.02.11).
  • Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (Hrsg.): Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. 2011, veröffentlicht im Internet, URL: http://www.mugv.brandenburg.de/cms/detail.php/lbm1.c.323682.de, (Stand: 2011, Abfrage: 25.02.11).