GESCHICHTE

Reichtum und Not

Als Markgraf Johann I. 1250 die Uckermark von den Pommern übertragen bekommen hatte, bedurfte das Gebiet neuer Strukturen, welche die Brandenburgische Herrschaft konsolidierten. Die geistige und politische Macht der Orden und Klöster war in dieser Hinsicht nicht zu unterschätzen. Der Markgraf bevorzugte offensichtlich die Dominikaner, die er gleichzeitig auch in Pasewalk ansiedelte.
Obwohl die Dominikaner dem Markgrafen eine Klostergründung in Prenzlau zugesagt hatten, dauerte es noch bis 1275, bevor die ersten Mönche in der Stadt ankamen. Als Gründer und Stifter des Klosters gilt – wenn auch urkundlich nicht belegt – Markgraf Johann II., der nach dem Tod von Johann I. zusammen mit seinen Brüdern Otto IV. und Konrad herrschte.
Der Konvent war bereits 1308 eines der reichsten Dominikanerklöster in der Mark, auch wenn dem Kloster nur ein Hof in Klinkow als größerer Landbesitz zugeordnet werden kann. Durch Schenkungen und Memorialstiftungen erhielten die Mönche mehrere Häuser und Grundstücke in Prenzlau sowie kleinere Höfe und Zinseinkünfte aus umliegenden Dörfern. Für durchaus höhere Einkünfte des Klosters spricht ein Kredit, den die Gemeinschaft noch 1429 der Stadt gewährte. 1519 erlitt das Kloster einen Brandschaden, was wohl seine wirtschaftliche Situation beeinflusste. Infolge dessen musste der Hof in Klinkow an die Stadt verpfändet werden. Ob sich die Gemeinschaft bis zu der 1545 folgenden Säkularisierung aus der wirtschaftlichen Not herausarbeiten konnte, ist nicht bekannt.

Politisches Wirken

Dass die Prenzlauer Dominikaner in ihrer Wirkungszeit einen Anteil am politischen und wirtschaftlichen Leben der Stadt und der Mark hatten, ist nicht zu bezweifeln. Anhand der zur Verfügung stehenden Dokumente ist es jedoch schwer zu beurteilen, wie stark sie involviert waren. 1419 war das Kloster beispielsweise Ort einer Schlichtung und der Versöhnung zwischen Heinrich von Blankenburg zu Bietikow und einem der Ermordung seines Bruders beschuldigten Bürgers der Stadt Prenzlau. Denkbar ist, dass der Orden dabei eine Vermittlerrolle spielte.
Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Dominikaner in den märkischen Prozessen gegen als Ketzer geltende Waldenser tätig waren. Die Prozessakten aus den Jahren 1392 bis 1394 wurden zwar im Kloster deponiert, alles Weitere ist jedoch nicht nachweisbar.
1544 wurde das Kloster auf Geheiß des Kurfürsten Joachim II. enteignet und der Stadt zur Verfügung gestellt. 1545 übergab der letzte Prior Bartholomäus Merter den Dominikanersitz – in dem nun ein städtisches Hospital eingerichtet werden sollte – dem Kurfürsten.

Nach der Reformation

Die Klostergebäude wurden bis 1989 unterschiedlich genutzt. Sie beherbergten in Laufe der Jahrhunderte ein Hospital, die städtische Münzprägestätte, Mietswohnungen, einen katholischen Gottesdienstsaal und seit 1828 ebenfalls das Prenzlauer Armenhaus samt Armenschule und -küche, das Gefängnis sowie das Stadtkrankenhaus. Die Klosterkirche fungierte seit 1577 als Pfarrkirche St. Nikolai.

Seit 1930 ist im Kloster das Uckermärkische Museum untergebracht. 1945 wurden Teile der Sammlung des Museums ausgelagert und kehrten erst 1987 an ihren ursprünglichen Ort zurück. Nach dem Krieg konnte 1957 die Museumsarbeit in den Klosterräumen wieder aufgenommen werden. Seit 1989 gestaltete man den gesamten Klosterkomplex zu einer Kultureinrichtung um. Heute ist das Kloster u.a. Sitz des Kulturgeschichtlichen Museums Prenzlau.
Quellen (bitte klicken)
  • ENDERS, Lieselott: Die Uckermark. Geschichte einer kurmärkischen Landschaft vom 12. bis zum 18. Jahrhundert (Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs 28). Berlin 22008.
  • NEININGER, Falko: Prenzlau. Dominikaner. In: HEIMANN, Heinz-Dieter/NEITMANN, Klaus/SCHICH, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 2. Berlin 2007, S. 978–981.
  • SCHICH, Winfried: Prenzlau von der Stadtwerdung bis zum Ende der Askanierherrschaft (von der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts bis 1320). In: Neitmann, Klaus/Schich, Winfried (Hrsg.): Geschichte der Stadt Prenzlau. Horb am Necker 2009, S. 27–62.
  • THEIL, Jürgen: Prenzlauer Stadtlexikon und Geschichte in Daten (Arbeiten des Uckermärkischen Geschichtsvereins zu Prenzlau 7). Prenzlau 2005.