LAGE UND UMGEBUNG

An der Drage

Für den südlichen Teil der Woiwodschaft Westpommern, zu dem auch die Gemeinde und der Ort Bierzwnik (Marienwalde) gehören, sind – dank der Drage-Ebene (Równina Drawska) mit dem Drage-Urwald (Puszcza Drawska) und den Dramburger und Dobiegniewer Seeplatten (Pojezierze Drawskie i Dobiegnieckie) – dichte Wälder mit Eichen, Buchen, Hainbuchen und Kiefern sowie zahlreiche kleine und große Seen charakteristisch. Alleine in der Gemeinde Bierzwnik gibt es 38 Seen.

Der Fluß Drage (Drawa) teilt die Ebene und bildet malerische Landschaften mit bis zu 30m hohen Schluchten und teilweise unberührter Natur. Im Einzugsgebiet der Drage und des Flusses Płociczna, inmitten des Drawa-Urwaldes wurde 1990 der Nationalpark Drawa (Drawieński Park Narodowy) mit 114,41 km2 Fläche mit dem Ziel gegründet, die Besonderheiten und die Vielfalt der Natur dieser Region zu schützen. Über 1000 Pflanzen- und über 200 Wirbeltierarten, sowie Seen, Torfmoore, Wiesen und ausgedehnte Wälder finden sich im Nationalpark.

Besteht das relativ junge Schutzgebiet heute vorwiegend aus Wäldern, so lassen sich hier doch zahlreiche historische Spuren des menschlichen Wirkens entdecken. Überreste von Teerbrennereien, Glashütten, Kanälen oder Holzstapelplätzen und Wegweisern, aber auch von Siedlungen und Friedhöfen erlauben es, den Park nicht nur als Naturschutzgebiet, sondern auch als Kulturlandschaft und Teil der regionalen Kulturgeschichte wahrzunehmen.

Die Schätze der terra transoderana

Während die Anwesenheit der Marienwalder Zisterzienser gehörte diese Region zunächst zur Mark Brandenburg, dann seit 1402 als Teil der Neumark dem Deutschen Orden, um in der Mitte des 15. Jahrhunderts unter die Herrschaft vom Kurfürstentum Brandenburg zu gelangen. Die Städte, die im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung im 13. Jahrhundert gegründet worden waren, wurden Zeugen einer turbulenten Geschichte der„terra transoderana“ bis 1945. Zahlreiche Ortschaften litten sehr bereits während der Hussitenkriege in den dreißiger Jahren des 15. Jahrhunderts und des Dreißigjährigen Krieges, aber auch des Zweiten Weltkrieges.

Es lohnt sich, die Umgebung von Bierzwnik zu erkunden und die umliegenden Städtchen und Städte mit ihrer historischen Bebauung zu bereisen. In dem 10 km südöstlich gelegenen Dobiegniew (Woldenberg) kann die spätgotische Stadtkirche bewundert werden. Zu den größeren Ortschaften, die von Bierzwnik aus gut erreichbar sind, gehören im Süden Drezdenko (Driesen) mit den Überresten der Festung des frühen 17. Jahrhunderts, einer barocken Schloß- und Parkanlage und den Fortifikationsanlagen der Netze-Linie aus dem Zweiten Weltkrieg, sowie Strzelce Krajeńskie (Friedberg) mit der Marienkirche aus dem 14. Jahrhundert und beeindruckenden mittelalterlichen Wehranlagen samt Weichhäusern.

Nimmt man von Bierzwnik aus die Straße nach Norden in Richtung Stargard Szczeciński (Stargard in Pommern), so kommt man durch Choszczno (Arnswalde), wo das Mittelalter noch in den Resten der Stadtbefestigung und der gotischen Stadtkirche St. Marien aus dem 14. Jahrhundert entdeckt werden kann.

Quellen (bitte klicken)
  • JARZEWICZ, Jaroslaw: Gotycka Architektura Nowej Marchii. Budownictwo sakralne w okresie Askańczykow i Wittelsbachow. Poznan 2000.
  • RYMAR E.: Cystersi na terytorium Nowej Marchii przed i w trakcie jej tworzenia oraz ich stosunki z margrabiami brandenburskimi z dynastii askańskiej. In: STRZELCZYK, Jan (Hrsg.): Historia i kultura cystersów w dawnej Polsce i ich europejskie związki. Poznań 1987, S. 193ff.
  • http://www.bierzwnik.pl/ (30.06.2012)