Das Zisterzienserkloster Marienwalde

Geschichte

Der Gründungsprozess von Marienwalde dauerte von 1280 bis 1294. Landschenkungen seitens des märkischen Adels unterstützten die wirtschaftliche Entwicklung des Klosters, das seine Blüte in der Askanierzeit bis Anfang des 14. Jhs. hatte. Danach brachen bis zur Übernahme der Neumark durch die Hohenzollern 1454 unruhige Zeiten an – 1347 brannte das Kloster vollständig nieder. Erst 1350 konnten die Mönche die Anlage erneut beziehen. Um 1539 wurde das Kloster säkularisiert und ab 1546 erfolgte die Bewirtschaftung als markgräfliche Domäne. 1690 und 1814 beschädigten erneut Brände die Bauten, weitere Zerstörungen folgten im Zweiten Weltkrieg.

Klosteranlage

Die auf einer Anhöhe über dem Küchensee erbaute Backsteinanlage weist bauhistorische Ähnlichkeiten mit dem Mutterkloster in Kolbatz auf. Viele Schmuckelemente zeigen ihren Ursprung in der „Choriner Bauhütte“. Erhalten sind Teile der Kirche sowie des Ost- und Südflügels der Klausur. Archäologische Ausgrabungen förderten eine Krypta im Kirchenchor und architektonische Elemente, wie Wasserkanäle, Warmluftheizung oder einen Brunnen im Friedgarten zu Tage. Zudem entdeckte man Reste einer Wassermühle, Ziegel- und Kalkbrennöfen und einer Schmiede , die von den wirtschaftlichen Aktivitäten der Zisterzienser zeugen. Freigelegte Kellerräume des Westflügels sind rekonstruiert.

Lage und Umgebung

Marienwalde liegt auf einer Ebene, die durch den Drage-Urwald und die Dramburger und Dobiegniewer Seenplatten geprägt ist. Im Drage-Nationalpark erzählen Spuren historischer Teerbrennereien, Glashütten und Kanäle von der regionalen Kulturgeschichte.

Highlights

In der früheren Abtei können Phasen des Wiederaufbaus nachvollzogen werden: Verwilderte Ruinen und in Rekonstruktion befindliche Bauten liegen neben instandgesetzten Objekten. Auf dem Klosterberg wurde ein Naturlehrpfad eingerichtet und mehrsprachige Tafeln erläutern die Ausgrabungen. Die Anlage liegt an der „Europäischen Route der Zisterzienser-Abteien und -Stätten“.

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