Das Zisterzienserkloster Lehnin

Geschichte

1180 gegründet wuchs das Zisterzienserkloster zu Lehnin bald über seine Bedeutung als Hauskloster und Grablege der Askanier hinaus. Nach unsicheren Jahrzehnten im 14. Jh. profilierte es sich im 15. Jh. – wirtschaftlich wieder erstarkt – als Hort der Gelehrsamkeit mit einer Klosterschule und einer herausragenden Bibliothek. Mit seiner Säkularisation 1542 wurde Lehnin in einen kurfürstlichen Gutshof umgewidmet. Nach der Verwüstung im 30jährigen Krieg wurden Teile der Anlage in ein Jagdschloss umgebaut. Die verfallene Klosterkirche wurde in den 1870er Jahren rekonstruiert. Seit Beginn des 20. Jhs. beherbergt die ehemalige Klosteranlage ein Diakonissenmutterhaus.

Klosteranlage

Als typischer Zisterzienserbau wurde die Lehniner Klosterkirche in Kreuzform mit Dachreiter errichtet. Die dreischiffige Pfeilerbasilika, die sowohl spätromanische als auch frühgotische Formen aufweist, gehört zu den bedeutendsten Backsteinbauten der Mark Brandenburg. Mit der imposanten Klosterkirche und der südlich angeschlossenen Klausur bilden der ursprüngliche Wirtschaftshof mit Brauhaus, Kornhaus und Scheunen sowie die Torkapelle und das ehemalige Hospital (das „Königshaus“) ein beinahe vollständiges, wenn auch über die Jahrhunderte immer wieder verändertes Bild einer Anlage der Zisterzienser. Im östlichen Klausurflügel befinden sich die wiederhergestellten Räume des Kapitelsaals und der Bibliothek.

Lage und Umgebung

Eingebettet in eine von Kiefernwäldern umstandene Talsenke bietet das Kloster Lehnin seinen Besuchern Entschleunigung und Erholung vor malerischer Kulisse. Besonders reizvoll sind die zahlreichen Seen in der unmittelbaren Umgebung. 20 km südwestlich von Potsdam gelegen lässt sich die Klosteranlage auch hervorragend mit dem Fahrrad erreichen und Wanderwege wie z. B. der Jakobsweg, führen direkt über das Gelände.

Highlights

Die Klosterkirche ist heute Pfarrkirche der evangelischen Kirchengemeinden von Lehnin und Veranstaltungsort zahlreicher Konzerte. Auf der zum Hochaltar führenden Treppe erinnert ein versteinerter Eichenstamm an die sagenumwobene Gründungsphase des Klosters. Im ehemaligen Amtshaus befindet sich seit 2005 das Museum im Zisterzienserkloster Lehnin.