Lage und Umgebung

Zerstört und wiederaufgebaut

Chojna (Königsberg) liegt nahe der deutsch-polnischen Grenze in der Woiwodschaft Zachodniopomorskie (Westpommern) und in der historischen Neumark, deren Landschaft durch drei große Flüsse – die Oder, die Warthe und die Netze geprägt ist. So befindet sich die Stadt in den Grenzen des deutsch-polnischen Europa-Nationalparks Unteres Odertal – eines grenzübergreifenden Naturschutzgebietes, das die Natur der Oderaue auf über 60km Länge umfasst. Er zählt zu den artenreichsten Lebensräumen und ist Brut-, Rast und Überwinterungsplatz für mehr als 160 Vogelarten.

Die kleine Stadt wurde zum ersten Mal 1244 schriftlich erwähnt und entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Handelszentrum der Region. Zunächst unter der brandenburgischen Herrschaft, gehörte Königsberg von 1402 bis 1454 zusammen mit der Neumark zum Deutschen Orden. Während des Zweiten Weltkrieges wurde sie in 80% zerstört, doch dank intensiver Wiederaufbaumaßnahmen erinnern heute wieder einige Bauten an die historische Stadt. Neben der Augustinerabtei und den Resten der Stadtmauer mit zwei erhaltenen Stadttoren, ist vor allem das in den 1980er Jahren wieder aufgebaute Rathaus architektonisch wertvoll. Das Backsteingebäude, errichtet Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts, beherbergte ein Kaufhaus, sowie Räumlichkeiten für den Stadtrat.

Die Pläne für das Rathaus ebenso wie für die Stadtpfarrkirche St. Marien entwarf der Baumeister Hinrich Brunsberg, der in vielen brandenburgischen und pommerschen Städten tätig war und sich u.a. am Bau der Marienkirche in Stargard an der Ihna (Stargard Szczeciński) sowie der St. Katharinen-Kirche in Brandenburg an der Havel beteiligte.

Die Marienkirche in Chojna, eine dreischiffige Hallenkirche mit einem Sterngewölbe im Hauptschiff, entstand in den Jahren 1389 bis 1459. 1945 erlitt sie starke Schäden und wird seit 1989 im Rahmen eines Projektes des Fördervereins für den Wiederaufbau der Marienkirche in Königsberg/Neumark e.V. restauriert und rekonstruiert.

An die jüdische Geschichte erinnert der 1850 angelegte und bis 1944 aktiv genutzte Friedhof in der Wojska-Polskiego-Straße. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stätte gezielt zerstört. Es blieben ca. zehn Grabsteine – Matzevah – übrig, die noch Aufschriften in deutscher und hebräischer Sprache aufweisen. Das Gelände setzte man um 1960 wieder in Stand.

Kleine Neumarkstädte

In der näheren Nachbarschaft von Chojna, jeweils ca. 20km entfernt, liegen drei kleine, typische Neumarkstädte. Cedynia (Zehden) ist die am weitesten im Westen gelegene Stadt Polens und liegt malerisch am Rand des Landschaftsschutzparks Zehden6. Berühmt ist der Ort vor allem wegen der Schlacht zwischen dem polnischen Piastenherzog Mieszko I. und dem Markgrafen der Lausitz, Hodo I. im Jahr 972, welche in die Chronik Thietmars von Merseburg Eingang fand. Auf dem Klosterberg erheben sich die heute restaurierten Ruinen des Zisterzienserinnenklosters Zehden.

In Mieszkowice (Fürstenfelde) lohnt sich ein Besuch des schönen Marktplatzes und der beeindruckenden Stadtkirche. Trzcińsko Zdrój (Bad Schönfließ), ein alter Moorbad-Kurort, besticht dagegen mit zahlreichen gotischen Bauten, der komplett erhaltenen Stadtmauer und einer schönen Lage zwischen vielen kleinen Seen.

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