LAGE UND UMGEBUNG

Zwischen Uckermark und Barnim

Die Schönheit der Uckermark und des Barnims wird in der Umgebung der ehemaligen Choriner Abtei sehr deutlich. Die Ruine liegt in der wald- und seenreichen Landschaft der Schorfheide inmitten des UNESCO-Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin. Neben der eindrucksvollen Natur bietet das Reservat eine spannende Kulturlandschaft.

Im Mittelalter gehörte das Waldgebiet mit den zahlreichen Oberflächengewässern zunächst zu pommerschem Gebiet und wurde von Slawen bewohnt. Im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung gelang es nach 1230 unter die Herrschaft der Askanier. Spuren der mittelalterlichen Besiedlung lassen sich noch in den Ortstrukturen ablesen. Burgruinen, wie Grimnitz in Joachimsthal, bezeugen die Herrschaft des Askanischen Hauses, die Klosterruine Chorin die Tätigkeit der Zisterzienser.

Mit der Geschichte der Choriner Zisterzienser ist die Stadt Oderberg eng verbunden, die zusammen mit Eberswalde und Liebenwalde den Vorstoß der Askanier nach Norden bis ins Finowtal und an die Oder am Anfang des 13. Jahrhunderts markiert. Alle diese Städte waren zunächst als Burgen für die Grenzsicherung entstanden. In Oderberg besaß das Kloster Chorin einen Weinberg an den Oderhängen und einen Stadthof.

Heute kann man in dem entlang der Alten Oder malerisch liegenden Oderberg vor allem die neugotische Stadtkirche, erbaut von August Stüler, und im Tal die Ruinen der im 14. Jahrhundert errichteten und bis ins 18. Jahrhundert als Festung genutzten Burg „Bärenkasten“ bewundern.

Villenviertel und Schiffshebewerk

Eberswalde dagegen, das zwar während des Krieges sehr stark zerstört wurde, beherbergt noch einige architektonische Schätze. Die Eberswalder Burg ist nicht mehr vorhanden, doch die sich südlich des Marktplatzes erhebende Stadtkirche St. Maria Magdalena ist auf jeden Fall sehenswert. Die gotische Basilika aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts weist in Form und Ausführung zahlreiche Verbindungen zum Kloster Chorin auf. Bemerkenswert ist der Portalschmuck des späten 13. Jahrhunderts.

Am Marktplatz heben sich die beiden Ratshäuser aus dem 18. Jahrhundert und aus den Jahren um 1900 hervor. In der nahegelegenen Adler-Apotheke, einem Fachwerkhaus von 1663 mit einer Hofgalerie, hat heute das Stadtmuseum seinen Sitz. Der Süden der Stadt entging den Kriegszerstörungen und zeigt sich heute noch als gepflegtes Villen- und Kurhäuserviertel.

Zwischen Eberswalde und Oderberg lohn ein kurzer Abstecher nach Hohenfinow um die dortige romanische Kirche zu besichtigen. Es handelt sich dabei um eine ehemals dreischiffige Basilika aus Feldstein mit einem Querturm im Westen. Der beeindruckende Bau datiert ins 13. Jahrhundert und wurde offensichtlich für eine später nicht erfolgte Stadtgründung errichtet. Niederfinow liegt nördlich von Hohenfinow am Finowkanal, der Verbindung zwischen Havel und Oder. Um den Höhenunterschied von 36m auf dem Wasserweg zu überwinden, wurde zunächst beim Bau des Kanals in den Jahren 1906 bis 1914 eine Schleusenfolge aus vier Treppen errichtet. Diese ist heute nicht mehr in Benutzung. Seit 1934 werden die Schiffe mit einem Hebewerk transportiert.

Quellen (bitte klicken)
  • BADSTÜBNER, Ernst: Brandenburg. Das Land um Berlin – Kunst und Geschichte zwischen Elbe und Oder. Köln 2000.
  • www.barnim.de
  • www.dhm.de/ausstellungen/burg-und-herrschaft/brandenburg/start.htm
  • www.eberswalde.de
  • www.oderberg.info
  • www.schiffshebewerkndf.de
  • www.schorfheide-chorin.de
  • www.uckermark.de

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