GESCHICHTE

Unter den Askaniern

Die Brandenburgischen Markgrafen beabsichtigten eine neue Klostergründung in der Uckermark als ihr Hauskloster und forderten in diesem Zusammenhang eine Filiation des Klosters Lehnin. Doch bevor der Klosterbau an der heutigen Stelle in Chorin erfolgte, begann man 1258 eine Abtei in Mariensee am Parsteiner See zu errichten. Da sich der Platz jedoch für die wirtschaftliche Entwicklung vermutlich als ungünstig erwies, stimmten die Markgrafen Johann II., Otto IV und Konrad 1273 einem Umzug auf die Anhöhe über dem Amtssee zu.

Der Besitz des Klosters erstreckte sich über 13 Dörfer mit den jeweiligen Kirchenpatronaten und über mehrere Wirtschaftshöfe. In den Höfen, die durch Konversen bewirtschaftet wurden, konnte sich eine starke Eigenwirtschaft entwickeln, die auf Viehzucht und Ackerbau basierte. In den Dörfern setzte man auf die Rentengrundherrschaft.

Seit 1421 gehörte auch die kleine Stadt Niederfinow zum Klostereigentum. Zudem besaß das Kloster Stadthöfe in Angermünde sowie in Oderberg und einen Abtshof in Berlin.

Mitten im politischen Geschehen

Durch seine Lage im Grenzgebiet und seine Position als Hauskloster der Askanier stand Chorin oft im Mittelpunkt politischer Ereignisse und Auseinandersetzungen. Nach dem Aussterben der brandenburgischen Askanier 1320 (1319) waren die Beziehungen zu den folgenden Markgrafen oft angespannt. Das Kloster wurde beispielsweise in den Konflikt zwischen dem Markgrafen Ludwig dem Älteren und dem „Falschen Woldemar“ 1348 hineingezogen. Woldemar, angeblich erbberechtigter Askanier, marschierte mit der Unterstützung des Kaisers Karl IV. und der Mecklenburger in die Uckermark ein. Der Choriner Konvent musste in der Situation Woldemar als neuen Markgrafen anerkennen, kehrte ihm jedoch, nachdem die Lage sich entspannt hatte, 1349 wieder den Rücken zu.

Die Choriner Äbte fungierten seit Mitte des 15. Jahrhunderts als Berater am kurfürstlichen Hof und übernahmen diplomatische Aufgaben. Zudem beteiligte sich das Kloster an der Gründung der Brandenburgischen Landesuniversität Alma Mater Viadrina in Frankfurt an der Oder und am kurfürstlichen Schlossbau in Cölln an der Spree.

In den 1530er Jahren machte sich bereits die Reformation bemerkbar. Die Ordensbrüder waren gezwungen, die ersten Besitzungen des Klosters zu verkaufen, wobei der Konvent bereits nicht mehr vollzählig war. Zwischen 1542 und 1543 wurde das Kloster von Kurfürst Joachim II. offiziell aufgehoben und in ein Kammergut verwandelt.

Denkmalpflegerische Arbeiten

Bevor 1810 mit den Arbeiten Friedrich Schinkels die denkmalpflegerische Beschäftigung mit der Anlage begann, waren viele Originalbauten verfallen. Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fertigte man erste Zeichnungen an und führte archäologische Untersuchungen durch. Gleichzeitig brach man jedoch auch einige Gebäude ab und ergänzte die Anlage mit neugotischen Elementen. Weitere Arbeiten folgten bis zur großen Denkmalinventarisation und Bauforschung 1928, die von Paul Eichholz und Walther Schleyer durchgeführt wurden.

Quellen (bitte klicken)
  • BITTNER, Günther: Chorin – Gestallt und Geschichte eines ehemaligen Zisterzienserklosters. Leipzig 1980.
  • FRÖHLICH, Roland: Die Zisterzienser und ihre Weinberge in Brandenburg. Berlin 2010.
  • GAHLBECK, Christian/SCHRAGE, Getraud Eva: Chorin. Zisterzienser. In: HEIMANN, Heinz-Dieter/NEITMANN, Klaus/SCHICH, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 1. Berlin 2007, S. 329–353.

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