Das ehemalige Zisterzienserkloster Bronnbach

Geschichte und Kulturlandschaft

Im unteren Taubertal bei Wertheim liegt in landschaftlicher Abgeschiedenheit die 1153 gegründete, ehemalige Zisterzi­enserabtei Kloster Bronnbach. Nach 650 Jahren zisterziensi­schen Wirkens in Bronnbach übernahm 1803 das Fürstenhaus Löwenstein-Wertheim-Rosenberg die gesamte Anlage. Seit 1986 ist das Klosterareal Eigentum des Main-Tauber-Kreises und wurde Schritt für Schritt zu einem geistlich-wissen­schaftlich-kulturellen Zentrum entwickelt. Neben einer Abordnung der Kongregation der Missionare von der Heiligen Familie tragen noch zahlreiche andere Institutionen in der ehemaligen Zisterzienserabtei zur Belebung der Anlage heute bei.

Bronnbach zählt zu den ältesten und besterhaltenen Klosteranlagen des Zisterzienserordens in Süddeutschland. Die ursprüngliche Bausubstanz ist in vielen Teilen noch erhalten und die romanischen und gotischen Elemente dieses Baudenkmals, wurden zu einem einzigartigen Ensemble zisterziensischer Baukunst verschmolzen. Neben den hochwertigen Zutaten des Barocks prägen die Renovierungen der letzten Jahrzehnte durch  moderne Architekturformen, die behutsam integriert und preisgekrönt wurden, die Anlage.

Die Grundsteinlegung für die Klosterkirche erfolgte im Jahre 1157. Die dreischiffige Basilika mit Querhaus und gestaffeltem Chor verfügt heute über eine gerundete Apsis und quadratische Nebenapsiden, welche im Zuge eines Dachumbaus 1425 verändert und um 1700 auf den heutigen geraden Abschluss verkürzt wurden. Im romanisch geprägten Bau der Klosterkirche mit steinernem Kreuzgratgewölbe beeindrucken die barocken Altäre im Mittelschiff und Querhaus, der Hochaltar von Baltasar Esterbauer und das von Daniel Aschauer kunstvoll geschnitzte Chorgestühl. Es schließt sich der gotische Kreuzgang an, über den der romanische Kapitelsaal zu erreichen ist. Besonders sehenswert sind außerdem der romanische Prälatensaal sowie die beiden barocken Säle, der Josephsaal und der Bernhardsaal, das einstige Refektorium der Mönche.

Die Gärten des Klosters

Von den Gartenanlagen des Klosters Bronnbach sind insgesamt drei repräsentative Gärten erhalten. Vor der um 1775 errichteten Orangerie mit einem der größten Außenfresken nördlich der Alpen, liegt der farbenfrohe Kräutergarten. Die beeindruckende Orangerie wurde unter Abt Ambrosius Balbus erbaut. Im Süden der Klosteranlage schließt der Saalgarten an, welcher im Zuge der Errichtung des Josephsaals in den 1720er Jahren geschaffen wurde.  Er wird von zwei flankierenden Gartenpavillons mit reicher Stuckausstattung und einem prächtigem Mittelpavillon mit Treppenanlage und Grotte (Ausstattung verloren) ausgeziert. Auch dort ist die einstige Bedeutung der Bronnbacher Gartenanlagen noch heute spürbar.

Der kostbare barocke Abteigarten westlich des Prälatenbaus wird momentan restauriert, dessen Wiedereröffnung findet im Frühjahr 2017 statt.An der Stelle des Abteigartens befand sich ursprünglich ein spätmittelalterlicher Zier- und Nutzgarten. Dieser eingefriedete Gartenbereich bestand wohl noch im ausgehenden 17. Jahrhundert, woraufhin er im 18. Jahrhundert durch unterschiedliche Baumaßnahmen umgestaltet und erweitert wurde. Schon um 1670 wurde mit einem Umbau von Teilen der Klosteranlage wie auch dem Außenbereich begonnen. In der nordwestlichen Gartenhälfte des Abteigartens sind Teile der ursprünglichen Umfassungsmauer der alten Gartenanlagen sowie Mauerfundamente des nach Westen hin abschließenden südlichen Gartenpavillons erhalten, welche vermutlich auf dem um 1675 entstandenen Kupferstich von Caspar Merian dargestellt sind und sich unterhalb des heutigen Bodenniveaus erhalten haben. Die heute erhaltene, den Garten umfassende Mauer mit abschließender Balustrade sowie die Brunnenanlagen und der bauplastische und figürliche Schmuck stammen größtenteils aus der Zeit des Barocks. Nach Abschluss der gesamten Sanierungsmaßnahmen sollen für die Besucher die Zeitschichten der über 300jährigen Abteigartengeschichte sichtbar gemacht werden.

[vorläufiger Text - finale Texte in Arbeit]