Lage und Umgebung der Klosterkirche Angermünde

Eine Stadt mitten in der Natur

Die Stadt Angermünde liegt in der südöstlichen Uckermark, zentral zwischen den zwei größten Naturschutzgebieten der Region, dem UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und dem Nationalpark Unteres Odertal. Beide Schutzgebiete umfassen für die Uckermark charakteristische und doch äußerst unterschiedliche Landschaften.

Das Biosphärenreservat prägen vor allem Seen und das dicht bewaldete Gebiet der Choriner Schorfheide, aber auch historische Spuren der Kulturlandschaft. Im Nationalpark Unteres Odertal ist die Oderaue mit ihren wechselhaften Landschaften, Flussaltarmen, Wiesen, Wäldern, sowie der besonderen Fauna und Flora unter Schutz gestellt.

Die wechselvolle, geologisch interessante Landschaft mit Grundmoräne, Endmoräne, Sander und Urstromtal, die sich während der Vereisung der Weichselzeit vor ca. 15.000 Jahren bildete, war die Motivation zur Gründung des Nationalen Geoparks Eiszeitland am Oderrand. Das Besucherzentrum in Groß Ziethen dient mit ausführlichen Informationen zum glazialen Landschaftsraum und zur Eiszeit.

Angermünde selbst hat außer der ehemaligen Franziskanerklosterkirche eine während des Zweiten Weltkrieges kaum zerstörte und schön sanierte Altstadt, mit gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtstrukturen und Handwerkshäusern aus der Zeit vom 17. bis zum 19. Jahrhundert zu bieten. Angermünde ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg. Diese vereinigt Städte, die es sich zum Ziel gesetzt haben, ihren wertvollen Baubestand zu schützen, aber auch in ein modernes Stadtbild einzubinden und ins Bewusstsein der Stadtbewohner zu rufen.

Über der Stadt Angermünde ragt die Stadtpfarrkirche St. Marien auf. Der Bau datiert in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Als Besonderheit der dreischiffigen Hallenkirche mit Sterngewölbe zeigt sich der mächtige Westturm aus Granitquadern. Zur mittelalterlichen Stadt gehörte auch das Hospital „Zum Heiligen Geist“ an ihrem südwestlichen Rand. Das Hospital wurde 1336 errichtet und während des Dreißigjährigen Kriegs bis auf die Kapelle zerstört. Der dreijochige Bau mit einem Sterngewölbe, überdauerte bis heute. Stadtmauern sind nur noch abschnittsweise vorhanden. Hervorzuheben ist der Pulverturm – auch Storchenturm genannt – mit seinem spitzen Steindach im Süden. Die Ursprünge der Stadt spiegeln sich in der Ruine der askanischen Burg wider, deren spärliche Reste im Nordwesten der Altstadt zu finden sind.

Burgen als Grenzsicherung

In der heutigen Stadtgemarkung von Angermünde liegen zwei Ortschaften mit weiteren bemerkenswerten mittelalterlichen Burgruinen. Greiffenberg, nördlich der Stadt, im ehemaligen gleichnamigen Städtchen, wurde im Verlauf des 13. Jahrhunderts errichtet und war ursprünglich die Burg der Familie von Greiffenberg. Die Anlage ist rechteckig mit einem Haupthaus im Norden, einem runden Flankierungsturm in der Nord-Ost-Ecke und einem mächtigen eckigen Torhaus im Westen. Heute sind noch die Überreste aller Bauten und der Ringmauer zu sehen.

Die Burganlage in Stolpe an der Oder stellt einen anderen Burgtypus dar. Es handelt sich um einen auf und in einen künstlichen Hügel gebauten runden Backsteinturm, der von mehreren Wallanlagen umgeben ist. Der sog. „Grüttpott“ wurde höchstwahrscheinlich von den Pommern unter dänischer Lehnshoheit um 1200 errichtet und sollte der Grenzsicherung gegen die Mark Brandenburg dienen. Fertiggestellt wurde der Bau wohl in der Mitte des 13. Jahrhunderts, bereits unter der Herrschaft der Askanier. 1446 wurde das Obergeschoss des Turms, der zu dieser Zeit unter pommerscher Lehnshoheit stand, während einer Belagerung von Kurfürst Friedrich II. zerstört. Bemerkenswert sind die von diesem Kampf herrührenden Waffenfunde, von denen einige im Brandenburgischen Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg an der Havel zu sehen sind.

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