Das Franziskanerkloster Angermünde

Geschichte

Die Gründung des Klosters erfolgte vermutlich um 1250 unter dem Stifter Markgraf Johann I. Die Angermünder Franziskanermönche beteiligten sich im 14. Jh. an den Inquisitionsprozessen gegen die als Häretiker geltenden Waldenser. Anfang des 15. Jhs. schloss sich der Konvent der Observanzbewegung an. 1556 wurde das Kloster im Zuge der Reformation durch Kurfürst Joachim II. enteignet und der Konvent aufgehoben. 1567 erwarb die Stadt Angermünde die Anlage.

Klosteranlage

Die Franziskaner errichteten ihre Klosteranlage im südöstlichen Teil der Stadt direkt an der Stadtmauer. Der Komplex setzte sich aus der Kirche und einer zweifachen Klausuranlage zusammen, die aus zwei Klausurhöfen und einem Mittelflügel bestand. Die Bauten erlitten im Dreißigjährigen Krieg starke Schäden und wurden bis 1800 abgetragen. Heute ist noch die Klosterkirche erhalten, die bis 1990 u.a. als Kirche, Lager, Heimatmuseum und Feuerwehrdepot diente. Heute wird das Gebäude als städtisches Kulturzentrum genutzt.

Lage und Umgebung

Angermünde liegt in der südöstlichen Uckermark zwischen den zwei größten Naturschutzgebieten der Region. Die Stadt ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg“ und wartet mit einer sanierten Altstadt, mittelalterlichen Stadtstrukturen und Handwerkshäusern aus dem 17. bis 19. Jh. auf. Sehenswert sind auch die Stadtpfarrkirche St. Marien aus dem 13. Jh. und Teile der Stadtmauer mit dem Pulverturm.

Highlights

Der Lettner der ehemaligen Klosterkirche zwischen Hauptschiff und Chor ist fast vollständig original erhalten und damit eine Besonderheit in Brandenburg. Herausragend sind auch die Wandmalereien aus dem 13.  bis 15. Jh. und die verzierte Sakristei. Der „Angermünder Klostersommer" belebt die Kirche mit vielfältigen Kulturveranstaltungen.

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