Am Rande des Oderbruchs

Altfriedland liegt an der Grenze der zwei Landschaften Barnim und Lebuser Land. Die Klosterruine befindet sich auf einer Landzunge zwischen dem Kloster- und dem Kietzer See. Die malerische Lage gewinnt noch mehr Reiz durch das Oderbruch, an dessen Rand sich die Ortschaft erstreckt.

Das Oderbruch, ein Oder-Binnendelta, dehnt sich in 60km Länge und bis 20km Breite aus und war vor seiner Trockenlegung in der Mitte des 18. Jahrhunderts eine durch Moore und Feuchtwiesen geprägte Landschaft. Diese lassen sich noch auf der polnischen Seite finden, während der westliche Teil durch Eindeichung und Urbarmachung in der Zeit Friedrichs des Großen zu einem wertvollen Landwirtschaftsgebiet wurde. Das Oderbruch wird im Osten vom Neumärkischen Hügelland und der Wartheniederung und im Westen durch die Hochebenen des Barnims und der Lebuser Platte begrenzt. An den Hängen der Hochebenen liegen die Orte Seelow mit der Gedenkstätte Seelower Höhen und Wriezen mit zahlreichen Denkmälern, u.a. der gotischen Marienkirche.

Altfriedland ist zudem von verschiedenartigen Landschaftsräumen umgeben: Das Strausberger Wald- und Seengebiet mit dem Rüdersdorfer Muschelkalkrücken, die Hügellandschaft der Märkischen Schweiz, die bewaldeten Höhen des Barnims sowie die von Rinnen, Fließen und Seen durchzogene Lebuser Platte.

Schinkel und Lenné

Altfriedland gehört heute zum Amt Neuhardenberg, bekannt durch die klassizistische Schloss- und Parkanlage. Der Ursprung des Schlosses war ein Herrenhaus, das seit 1814 zum Besitz der Familie von Hardenberg gehörte. 1820 wurde es von Friedrich Schinkel zu einem großzügigen, klar proportionierten und minimalistisch gehaltenem Schloss umgebaut. Peter Joseph Lenné und Hermann Fürst von Pückler-Muskau übernahmen die Gestaltung des Gartens.

Die Ortschaft Neuhardenberg trägt auch an anderen Stellen die Handschrift Schinkels, und zwar sowohl bei der 1814 errichteten Dorfkirche, als auch bei der Dorfanlage und den Hofhäusern des Schlosses. Letztere entwarf er 1801 als junger Architekt, nachdem das Dorf durch einen Brand zerstört worden war.

Lage und Anfahrt

Anreise mit dem Auto:

  • Aus Norden oder Süden über die A 11 bis Abfahrt Pfingstberg, auf der L 24 in Richtung Angermünde oder bis Abfahrt Joachimsthal, auf der B198 / B2 in Richtung Angermünde

Anreise mit dem Zug:

  • Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB)

Anreise mit dem Bus:

  • Bus der Uckermärkische Verhehrsgesellschaft mbH (UVG)

Anreise zu Fuß oder per Fahrrad:

Quellen
  • BADSTÜBNER, Ernst: Brandenburg. Das Land um Berlin – Kunst und Geschichte zwischen Elbe und Oder. Köln 22000.
  • BECK, Friedrich/SCHMOOK, Reinhard (Hrsg.): Mythos Oderbruch. Das Oderbruch einst und jetzt. Berlin 2006.
  • FRISKE, Matthias/GAHLBECK, Christian: Altfriedland. Zisterzienserinnen. In: HEIMANN, Heinz-Dieter/HEITMANN, Klaus/SCHICH, Winfried u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, Bd. 1. Berlin 2007, S. 72-88.