Ein Craft Beer für KLOSTERLAND

Die KLOSTERLAND Brauspezialitäten sind als Kooperationsprojekt entstanden. Wie es zur Idee des Craft Beer Wettbewerbs kam und wer als Partner mitwirkte, zeigt dieses Bild der Künstlerin Nadja Schütt:

Der Wettbewerb

Im August 2016 startete der KLOSTERLAND e.V. mit Manufactum als Kooperationspartner und dem Meiningers CRAFT – Magazin für Bierkultur als Medienpartner einen „Craft Beer Wettbewerb“. Ziel des Wettbewerbs war es, für die Shops, Veranstaltungen und Gastronomie im KLOSTERLAND ein eigenes Bier zu kreieren und produzieren zu lassen.

Nach der Bewerbungsfrist wurden Ende 2017 Einzelgespräche mit den Bewerbern geführt und zwei Bewerber als Projektpartner auserwählt: Die Brauerei Straßenbräu in Berlinmit ihrem Geschäftsführer und Gründer Timo Thoennißen und dem Braumeister Sebastian Pfister und die Wissenschaftlerin und Gastprofessorin für Politik und Märkte in der Agrar- und Ernährungswirtschaft an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), Dr. Christina Bantle.

Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs im Kloster Lehnin

In den darauffolgenden Monaten kreierte Straßenbräu sieben neue Biersorten für denBierwettbewerb, der am 12. Mai auf einer großen Abschlussveranstaltung im Kloster Lehnin mit der Verkostung und Kür des Siegerbieres endete. Möglich machten das die fünf engagierten Projektpartner, eine 15-köpfige Expertenjury bestehend aus Sommeliers, Kennern des Brauprozesses und verschiedenen Partnern des Vereins, den Mitgliedern und Förderern und 50 Liebhaber des guten Geschmacks, die sich hierfür im Kloster Lehnin einfanden.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer machte sich die Expertenjury an die Arbeit und wählte aus den sieben Wettbewerbsbieren drei Favoriten aus. Währenddessen führten die Projektpartner in die Welt des handgemachten Bieres ein: Martin Erdmann (Manufactum) und Stefan Beier (KLOSTERLAND e.V.) stellten die Projektidee und die Kooperationspartner vor. Dirk Omlor, Chefredakteur des CRAFT - Magazin für Bierkultur, berichtete aus der Craft Beer Szene in Deutschland und über aktuelle Entwicklungen. Timo Thoennißen, Geschäftsführer und Gründer der Brauerei Straßenbräu stellte sein Konzept vor und gab Einblicke in den Brauprozess. Dr. Christina Bantle, Professorin für Politik und Märkte in der Agrar- und Ernährungswirtschaft an der HNE Eberwalde und Mitgründerin des Vereins Historisches Braugetreide und Braumalz e.V. berichtete von der Wiederentdeckung und dem Erhalt alter Sorten, die teilweise auch für die Wettbewerbsbiere Verwendung fanden.

Die Siegerbiere

Aus den sieben Bieren wähle die Jury das „Thai Wit“, das „Amber Ale“ und das „Dubbel“ – allesamt obergärige Biere um die mönchische Biertradition fortzuführen: Anders als ein Pils gären sie in einer relativ hohen Umgebungstemperatur von 15 bis 20 °Celsius und benötigen keine Kühlung. Die Grundzutaten der Biere sind Wasser, Malz, Hopfen und Hefe und die Herstellung von Bier ermöglichte die Haltbarmachung dieser, sodass Bier schon im Mittelalter ein beliebtes und nahrhaftes Getränk war. Hildegard von Bingen (1098-1179) empfahl daher auch „Cervisiam bibat – man trinke Bier, denn es hebt den Mut und fördert die Regeneration der Seelenkräfte“.

Das Publikum ernannte nach der Verkostung der drei ausgewählten Biere das „Thai Wit“ als seinen Favoriten: Wit kommt ursprünglich aus Belgien und wird mit Weizen, Koriandersamen und Bitterorangenschale gebraut. Als Exot mit Kräutern und Gewürzen, haben wir in den modernen Klostergarten geschaut und dort Zitronengras und Kaffirlimettenblätter gefunden. Klöster haben seit jeher Kräuter und Gewürze angepflanzt, vielfach als Heilmittel. Zitronengras wird traditionell als Heilmittel gegen Bauchschmerzen eingesetzt. Kaffirlimettenblätter haben einen markanten Zitronenduft, der von ätherischen Ölen hervorgerufen wird. Die Blätter sind in der asiatischen Küche weit verbreitet, aber in Europa ein absoluter Exot. Der Einsatz von historischem Braumalz verleiht dem Bier Vollmundigkeit und getreidige Noten. Den zweiten Platz besetzte das dunkle Dubbel im Stile eines Trappistenbieres.

Die neue Marke

In einem anschließenden Workshop zur Entwicklung der Markenstrategie entschieden die Projektpartner, nicht nur das Wit, sondern auch das Dubbel, mit nur einer Stimme unterschied an zweiter Stelle platziert, produzieren zu lassen. Auf der Grundlage der ausführlichen Bewertung der Biere durch die Expertenjury und die Bewertungen und Assoziationen der Publikumsjury erarbeitete das Markenteam ein Leitbild und die Zukünftigen Namen für die Biere: „Wanderer“ für das helle, frische, sommerliche Bier und „Wächter“, für das dunkle, gemütliche, winterliche Bier.

Begleitet durch den Vereinsvorstand und die Projektpartner erarbeiteten anschließend Elena Frielinghaus (Grafikerin, Manufactum, Waltrop) und Nadja Schütt (freie Künstlerin, Berlin) gemeinsam mit Lara Buschmann und Martin Erdmann (Projektleitung) Marke und Etiketten für die beiden Biere. Gemeinsam mit Straßenbräu wurden Vertriebsstrategie und die Preiskalkulation erarbeitet.